Druids

Druids

by Moritz Eggert

“Druids” ist ein schnelles und einfaches Kartenspiel von Leo Colovini. Die
Spieler verkörpern Magier, die die Kraft magischer Orte nutzen. Am Anfang des Spiels
werden diese Orte in einer Reihe ausgelegt, in verschiedenen zufälligen Farben. Jeder
Spieler nimmt nun ein Set von eigenen “Aktionskarten” (Zahlen von 1-x, je nach
Spieleranzahl) und “Steinkarten” auf die Hand (ebenfalls nummeriert, die Farben
korrespondieren mit den Orten). Nun kann man jede Runde Karten auf die verschiedenen
Steine ausspielen. Links spielt man (verdeckt) die Steinkarten, die man zu ergattern
hofft – jede beliebige Farbe kann hier gespielt werden, aber später bringen nur die
Steinkarten Punkte, die die Farbe des danebenliegenden Ortes haben. Rechts vom Ort spielt
man (ebenfalls verdeckt) die eigenen Aktionskarten. Jederzeit am Anfang seines Zuges darf
man auch die Karten an einem Ort aufdecken sobald eine Mindestzahl Aktionskarten dort
liegt. Dann passiert folgendes: alle nicht passenden Steinkarten werden abgeworfen (sie
dienten allein zum Bluffen) und die Aktionskarten werden von unten nach oben abgehandelt.
Der Spieler mit der niedrigsten Zahl auf der Karte darf genau diese Anzahl von noch
gültigen Steinkarten als Siegpunkte direkt verwerten (hierzu gibt es sogar eine kleine
Siegespunktleiste). Dann der Spieler mit der nächst höheren Zahl genau diese Anzahl der
übrig bleibenden Karten, usw.. Es ist nun einerseits möglich, dass nicht genügend
Steinkarten mehr aufgeteilt werden können und die höher gespielten Aktionskarten leer
ausgehen, andererseits ist es aber auch möglich, dass mehr Karten übrig sind als verteilt
werden dürfen, dann bekommt der zuletzt aufnehmende Spieler den Rest geschenkt.

Am Ende gewinnt der Spieler, der als erster die Ziellinie des Siegpunktparcours
überschreitet.

Druids cardsDies waren auch schon die kompletten Regeln des Spiels, es ist
erstaunlich, dass man sie in der kurzen, mehrsprachigen Anleitung erst einmal überhaupt
nicht versteht, wenn man sie liest. Vielleicht liegt es daran, dass hier umständlich von
Zauberamuletten etc. gesprochen wird, wenn es letztlich nur um das Umwandeln von
Zahlenwerten in Siegpunkte geht.

Natürlich merkt jeder Leser sofort, dass es sich hier trotz des Titels überhaupt nicht
um ein Fantasyspiel handelt, sondern um ein rein abstraktes Ablegespiel erster Güte. Als
dieses weiß es aber durchaus zu gefallen, denn der Auslegestrategien gibt es viele, und
man möchte nach der (normalerweise sehr kurzen) Partie eigentlich gleich noch mal
spielen, um seine Fehler zu korrigieren. Ein schöner Zug ist es auch, dass man die
Verteilung seiner auf ein Maximum festgelegten Kartenhand selber kontrollieren kann, in
dem man selber entscheidet, wie viele und welche Aktionskarten man hält und wie viele
Steinkarten man aufzieht.

Auch wenn es sich sicherlich um kein Bahn brechendes Design handelt, ist
“Druid” für Freunde schneller Ablege-und Sammelspiele a la z.B.
“coloretto” also durchaus zu empfehlen! Das Kartendesign ist schön, aber etwas
überkandidelt für den simplen Zweck, gerade bei schwierigeren Beleuchtungsstufen sind
bestimmte Farben kaum zu unterscheiden.

Zum Erklären des Spieles reichen 5 Minuten, eine Partie sollte um die 15 bis maximal
30 Minuten dauern.