18.12.2019: Verloren im Weltraum

1. “Black Angel”

Black Angel: Roboter und Würfel in der Start-Aufstellung

Wir agieren im Weltraum. Gemeinsam segeln wir auf unserem Mutterschiff „Black Angel“ durchs All.

  • Wir legen uns Stück für Stück „Technologien“ zu, die wir auf einer 3 x 3-Matrix platzieren und pro Zug zeilen- oder spaltenweise zur Wirkung bringen.
  • Wir reparieren unsere „Black Angel“, die von Zeit zu Zeit von „Verwüstern“ heimgesucht wird, welche unsere Aktionsmöglichkeiten einschränken. Dieses Reparieren kommt allen zugute, ist aber kein Opfern für die Allgemeinheit, sondern bringt uns direkt nützliche Ressourcen für unser weiteres individuelles Handeln ein.
  • Wir stellen kleine Roboter her, die wir für mannigfaltige Aktionen im Weltraum brauchen.
  • Wir setzen kleine Satelliten-Raumschiffe aus, die im All herumgondeln, mit jeweils einem Auftrag bedacht werden, und uns zu gegebener Zeit ihre Ergebnisse in den Schoß fallen lassen.

Motor des Ganzen ist ein sehr geschickter Würfelmechanismus. Ein Teil unserer Roboter arbeitet an „Würfel-Steinbrüchen“ und bringt pro „A-Sequenz“ jeweils einen Würfel seiner Farbe ins Spiel. In der Regel kann jeder Spieler mit 3 bis 6 Würfeln würfeln.

Die Würfel weisen die Zahlen 0 bis 3 auf und geben einen Aktivierungsfaktor an, mit dem unsere damit ausgeführte Aktion verstärkt wird.

Alle Würfel aller Spieler stehen allen Spielern zur Verfügung (bis auf wenige explizit reservierte Würfel). Eigene Würfel darf jeder Spieler ohne Restriktionen einsetzen; nutzt er den Würfel eines fremden Spielers, muss er ihm dafür einen Obolus entrichten.

Black Angel: Das Mutterschiff

Findet ein Spieler keinen Gefallen mehr an der vorhandenen Würfelauswahl, dann führt er eine „Sequenz B“ durch: er setzt genutzte Zeilen oder Spalten seiner Technologie-Matrix zurück und bekommt für jeden seiner Steinbruch-Roboter einen Würfel, den er neu auswürfelt.

Wurde die „Sequenz B“ von der Summe aller Spieler eine definierte Anzahl oft durchgeführt, wird das Spielende eingeläutet; danach kommt es zur Schlusswertung. Spielende ist auch dann, wenn die Verwüstungen am Raumschiff ein gewisses Maß überschreiten. Letzteres dürfte aber sehr selten sein, da jede Reparaturen ja erhebliche Vorteile abwirft, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Selbst am egoistischen Westpark kamen die Beschädigungen mit dem solidarischen Reparaturwillen nicht nach.

Mittels Ressourcen kann man die Augenzahl eines genutzten (eigenen) Würfels modifizieren. Für gutes Spielen muss man genau wissen, wie viele Roboter jeweils in den Steinbrüchen der verschiedenen Farben eingesetzt werden sollen, wie lange es sich lohnt, die eigenen Würfel – auch die Nuller-Würfel – zu nutzen und bis zu welchen Grenzen lukrative fremde Würfel von den Mitspielern gekauft werden sollen. Aber so weit sind wir noch lange nicht. Selbst nach den fünf Stunden, die wir zur Durchführung unserer ersten „Black Angel“-Session benötigten.

Günther hatte das Spiel in Essen gekauft, weil es dort irgendwie hoch eingeschätzt worden war. Für die heutige Premiere hatte er zuhause mindestens 2 ½ Mal die Spielregeln durchgelesen. Regelsicher absolvierte er mit seiner gewohnt ruhigen und beherrschten Manier die lineare Spielerklärung. Nach 1 ¼ Stunden gab es bei allen das erstes Aufatmen. Dann seine zeitliche Positionierung: „Das war erst der Überblick. Jetzt kommen die Aktionen im Weltraum.“

Black Angel: Günther beim Regelerklären

Jeder hatte bald den Verdacht, irgendwo nicht aufgepasst zu haben und stellte Rückfragen zu diesem und jenem Detail, wurde aber immer vertröstet: „Die Kartenerklärung kommt gleich“. War das geschafft, „dann gibt’s noch die Punktewertung, die haben wir ja noch gar nicht so richtig behandelt“. Und schlussendlich: „Jetzt nur noch Karten und Technologien.“ Fazit: 140 Minuten haben wir Günthers Einführung genießen dürfen oder müssen. Das soll jetzt aber keineswegs eine Kritik, eher ein Lob sein. Natürlich war hinterher allen noch nicht alles klar, oder besser: für jeden gab es noch genügend viele Unklarheiten.

Wir ließen uns Zeit, und wir diskutierten gemeinsam für jeden Spieler seine aktuellen Zugmöglichkeiten aufgrund der Würfellage und seiner aktuellen Ressourcen. So dauerte es nochmals geschlagene 45 Minuten, bis reihum jeder Spieler seinen allerersten Zug absolviert hatte. Alles in Geduld. Keiner wollte das Spiel in Blitzeseile durchgepeitscht haben. Schließlich konnte jeder von jedem individuellen Zug jedes Mitspielers lernen, und jeder war von der Nutzung der jeweiligen Würfel betroffen: ein Würfel weniger für die eigenen Möglichkeiten, ein Würfel weniger, mit dem uns ein Mitspieler in die Quere kommen könnte. Dieser Mechanismus ist in jedem Fall sehr gelungen.

WPG-Wertung: Aaron: 6 (die Mechanismen sind schön, ihr Umfang stellt allerdings ein Einstiegsproblem dar. Es gibt sehr viele kleinliche Dinge, die das Spiel nicht vorwärts bringen aber fehleranfällig machen; der Glücksfaktor ist für die 2 Stunden Spielzeit zu hoch), Günther: 7 (hübsches Aufbauspiel einschließlich Generieren einer ganzen Reihe von additiven Zugmöglichkeiten), Helmut: 7 (provisorische Note, weil es ein Probespiel war; die Artwork ist potthässlich [WS: über Farben lässt sich gut streiten] aber zweckmäßig; es ist prozessural gut aufgebaut; keiner hat heute optimal gespielt, aber für unsere Fehler sind wir selber schuld. Punktabzug in der B-Note für das Regelheft, dessen Terminologie in der deutschen Übersetzung eine ganze Reihe von Inkonsistenzen enthält), Walter: 7 (sehr gut konstruierter Würfelmechanismus, der innerhalb der vielen schöne Spielzüge nie außer Balance gerät).

Wir wünschen allen unseren treuen Lesern ein harmonisches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

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