von Walter am 2.06.2011 (1.687 mal gelesen, 7 Kommentare)

Letzte Woche, auf dem Höhepunkt des Kesseltreibens gegen die spanischen Gurken als Auslöser der gefĂ€hrlichen EHEC-Infektionen, war Aaron in Friesland und hat auf grĂŒnen Wiesen jede Menge glĂŒcklicher KĂŒhen gesehen. Das Ergebnis seiner Beobachtungen veröffentlichte er in Facebook: „Ich hab im Internet Bilder gesehen, die wĂŒrden erklĂ€ren wie die Darmbakterien an die Gurken gekommen sind.“
Ein kommentierender Westparker konnte sich Aarons Einsichten nur via schmutziger Videos unter YouTube erklÀren. Honi soit qui mal y pense.
Heute ist es offiziell: die verdĂ€chtigten spanischen Produkte aus der Familie der KĂŒrbisgewĂ€chse sind unschuldig.
1. “Caylus”
Vor fĂŒnf Jahren lag „Caylus“, unser absoluter Spitzenreiter in der WPG-Rangliste, zum letzten Mal auf dem Tisch. Neuling Horst war schon lange scharf auf diese Delikatesse, alle Altlinge stimmten dem Spielvorschlag freudig zu.
Peter durfte erklĂ€ren und frohlockte sogleich als gewiefter Diplomat: „Man darf verhandeln!“ (In der vierten Spielphase, wenn es darum geht, den Vogt zu versetzen.) Horst erkannte das zugrundliegende Prinzip: „Verhandeln heißt Drohen“. Schuster Walter blieb bei seinen Leisten: „Ich verhandle nicht!“. Aaron bekam das PrĂ€dikat desjenigen, der seine ausgehandelten Versprechungen blitzschnell bricht. FĂŒr Moritz (abwesend) ist Verhandeln gleichbedeutend mit Bestimmen. Loredana verhandelt (nach eigenen Angaben) je nach Laune bzw. je nach Wein. (Über was auch immer!)
„Caylus“ ist nach wie vor ein geniales GlanzstĂŒck aus dem Hause Ystari. UnabhĂ€ngig von den komplexen, aber doch leicht versteh- und erlernbaren vorzĂŒglichen Spielmechanismen um den Aufbau von GebĂ€uden, die Bausteine, Geld, Gunst und im Endeffekt Siegpunkte einbringen, zeigen schon allein ein paar Randdetails die Handschrift des Meisters.

  • Der Startspieler wechselt nicht automatisch reihum, sondern er wird durch Investitionen gewonnen. Eine der vielen Aufgaben fĂŒr eine wohlausgewogene Kosten-Nutzen-Analyse.
  • In der Hauptphase des Spiels haben die Spieler unterschiedlich viele ZĂŒge frei – solange sie sie bezahlen können. Diese Möglichkeit ist durch die freien PlĂ€tze auf dem Spielbrett sowie durch ein oberes Limit noch weiter begrenzt, so dass an keiner Stelle die Balance gefĂ€hrdet ist.
  • Das Spielende ist flexibel und liegt in der Hand der Spieler. Damit kann man seine frei gewĂ€hlte Siegpunkt-Strategie fördern. Wer auf mittelfristigen Gewinn ausgegangen ist und rechtzeitig gut gepunktet hat, kann durch ein schnelles Ende den langfristigen Strategen mit den möglichen Riesengewinnen am Schluß einen Strich durch die Rechnung machen.
  • Heute nahm das Spiel mal wieder einen ganz ungewöhnlichen Verlauf. Alle hatten sich sehr frĂŒh in der Schloßmauer engagiert und damit einen Großteil ihrer Baustein-Resourcen verpulvert. Anschließend zog sich das weitere Baugeschehen ziemlich langsam hin. Am Ende waren ingesamt nur zwei (!) grĂŒne WohnhĂ€user und nur ein einziges (!) blaues LuxusgebĂ€ude erbaut worden. Doch die daraus resultierenden 25 Siegpunkte reichten Loredana nicht fĂŒr den Sieg. Aaron arbeitete auf ein schnelles Spielende hin, um sich den zweiten Platz zu sichern. Peter und Loreadana konnten ihr angesammeltes Potential nicht mehr nutzen. Eine einzige Runde lĂ€nger hĂ€tte sie als Sieger gesehen. Aber so fĂŒhrte das komische Spiel auch zu einem seltenen Sieger mit einer eigentlich nur mĂ€ĂŸigen Aus-dem-Bauch-heraus-Planung. Aber ihm war nahezu das ganze Spiel ĂŒber das Startspielerprivileg zugestanden. Hier haben alle (anderen) Spieler strĂ€flich geschlafen.
    WPG-Wertung: Aaron: 8 (bleibt, auch wenn er sich wundert, warum er fĂŒr die lange Spieldauer mit den repetitiven AblĂ€ufen soviele Punkte vergeben hat), Horst: 8 (stimmig, enormes Potential), Loredana 7 (frĂŒher 10, heute zunĂ€chst 6, aber vom Ehegatten noch um einen Punkt hochgeprĂŒgelt: zu lang, zu langweilig, lange Zeit ist nichts passiert.), Peter: 10 (bleibt), Walter: 9 (bleibt).
    2. “Zoff im Zoo”
    Ein schnelles Kartenspiel, gerade richtig zum Absacken nach den geistigen HochflĂŒgen bei Caylus. Das Wissen um die „Wer-frißt-wen“-Reihenfolge im Tierreich sowie das GedĂ€chtnis ĂŒber das „Wer-hat-wen-schon-gefressen“ zum AuszĂ€hlen der KartenhĂ€nde bei den Mitspielern sind der SchlĂŒssel zum Sieg. – Neben einer gehörigen Portion GlĂŒck beim Austeilen der Karten.
    Keine neue WPG-Wertung.
    3. “Bluff”
    Neuer Rekord: Im ersten Spiel des ersten Durchgangs wurde Walter mit einem einzigen Streich alle seine WĂŒrfel los! Peter hatte mit einer hohen Bluff-Vorlage begonnen, Aaron und Horst hatten jeweils nachgewĂŒrfelt und Walter hatte beim Erhöhen auf insgesamt 11 FĂŒnfen unter 25 WĂŒrfeln den Braten noch nicht gerochen.
    Keine neue WPG-Wertung fĂŒr ein Super-Spiel.