Kategoriearchiv: Spieleabende

19.09.2007: Zu Fünft im “Sechsstädtebund”

Die Einleitung schreibe ich diesmal von Wikipedia ab:
“Die Oberlausitz ist eine Region, die zum größten Teil zu Sachsen, sowie zu kleineren Teilen zu Polen und Brandenburg gehört. In Sachsen umfasst die Oberlausitz in etwa die Landkreise Kamenz, Bautzen, Löbau-Zittau und den Niederschlesischen Oberlausitzkreis, sowie die beiden kreisfreien Städte Görlitz und Hoyerswerda.
Ihren Namen hat die Oberlausitz Ende des 15. Jahrhunderts von ihrem nördlichen Nachbarland Niederlausitz bekommen. Ursprünglich wurde nur dieses Lausitz genannt, was sich vom dort lebenden sorbischen Volksstamm der Lusici ableitete.”
Die Oberlausitz führt uns direkt zu unserem ersten Spiel.
1. “Sechsstädtebund”
Das Paläo-Ostdeutschland ist die Szenerie für ein nagelneues Handelsspiel, das der junge tschechische Spieleverlag Czech Games Edition dieses Jahr in Essen herausbringen will. Die Spieler bieten auf Städte in der Oberlausitz, treiben dort Waren ein, versuchen sie schneller als ihre Mitspieler an den Königshof zu transportieren und sie dort höchstbietend zu verkaufen.
Peter fand bei Aarons Regelerklärung sofort wieder einen “intelligenten Mechanismus”: Die Art, wie Spieler auf die Städte bieten, sich gegenseitig verdrängen und dafür berappen müssen, funktioniert ausgezeichnet. Aaron unterbrach sich selber in seinem Regelvortrag mit dem Zwischenruf “cool”! Später im realen Spiel ließ er sich hier allerdings beim Verdrängt-Werden zu einem “Blödmann” hinreißen. Doch das war weder böse gemeint, noch wurde es so aufgenommen. Es war einfach eine Anerkennung für die gekonnte Ausnutzung eines gelungenen Spieldesigns durch einen kühl rechnenden Konkurrenten.
Sehr intelligent ist auch das Prinzip, wie die Warenausbeute am Königshof in Punkte und Bonuskarten umgesetzt wird. Etwas überaschend kann man auch gute Punkte machen, wenn man gar keine eigenen Waren mitgebracht hat, sondern nur schnell genug ist und bei den Lieferungen der anderen mitabsahnt.
Das Spiel ist sehr gut ausbalanciert. Harte Spielkonstante (z.B. Priorität und Ausstattung der Städte) sind mit sanften Zufallsvarianzen (z.B. Stadtauswahl, Warenergiebigkeit, Kombinationen im Warenlager) organisch verschmolzen. Das Rad der Fortuna dreht sich schnell, und wir stehen ständig vor der Herausforderung, uns neu zu orientieren.
Es gibt viel zu rechnen und zu optimieren. Wieviel Geld bezahle ich für das Steuerrecht in welcher Stadt? Welche Waren treibe ich ein? Wieviel investiere ich in schnelle Pferde? Welche Warenregale suche ich in welcher Reihenfolge für die Ablage aus? Wir befürchteten schon im Vorfeld, daß unser Profidenker Hans mit seiner Optimierungsgeilheit unsere Geduld allzusehr strapazieren würde, doch er brauchte nicht (wesentlich) länger als die anderen.
Die letzten drei der sechs Spielrunden absolvierten wir sogar in je 10 Minuten; das ergäbe genau die angegebene Gesamt-Spieldauer von 1 Stunde. Dazu kommt noch die Schlußabrechnung. Doch bei uns waren zusammen mit unserer genüßlichen Märchenstunde für die Regelerklärung insgesamt zwei gute Stunden vergangen.
WPG-Wertung: Aaron: 8 (gut), Hans: 7, Loredana: 7, Peter: 7, Walter: 7 (knapp)
Aaron wird eine Rezension schreiben.
2. “Zoff im Zoo”
Eigentlich stand jetzt “Manila” auf dem Programm. Peter hatte es sich schon letzte Woche gewünscht und Aaron hatte es zum zweiten Mal mitgebracht. Doch um 22:30 Uhr wollte Peter kein zweites abendfüllendes Spiel mehr anfangen. In gekonnter Parteivorsitzender-Manier ließ er mit 1 gegen 4 Stimmen dieses Spiel von der Tagesordnung absetzen. Ein “Vorabsacker” sollte her. Er hatte ihn mit “Zoff im Zoo” auch gleich mitgebracht.
Mit (angeblich) mickrigen Karten in der allerletzten Runde konnte er sich vom Mittelplatz zum unangefochtenen Spitzenreiter emporschwingen. Kommentar: “Dieser Sieg macht mich richtig stolz!”
Keine neue WPG-Wertung für ein 8.1 Punkte Spiel
Reports gibt’s bei uns schon genug, doch für eine Rezension ist ein Achtjähriger schon zu alt.
3. “Bluff”
Im ersten Spiel ging Hans mit 5 Würfeln gegen zwei Konkurrenten mit einem und mit zwei Würfeln ins Endspiel. Wer hat jetzt wohl gesagt: “Du, Aaron, der Hans hat mehr Würfel als wir beide zusammen!” Es gibt nicht viele in unserer Reihen, die für solche sachlichen Aufmerksamkeiten in Frage kommen. Es gibt aber nur einen, der dem hinzufügen kann: “Dafür habe ich mehr Meilen als ihr beide zusammen!”
Auch im zweiten Spiel kam Hans groß raus und lag mit 4 Würfeln in sicherer Führung. Er wurde auch sogleich geschmeichelt: “Du hast ganz neue Bluff-Qualitäten entwickelt”. Doch mit dem Lob kam Hans nicht zurecht. In der folgenden Warmduscherrunde verlor er einen Würfel und in der nächsten Runde seine restlichen drei. Mit der hämischen Bemerkung “Das Mittelspiel mußt Du noch lernen” wurde er verabschiedet.
Walter fühlte sich zwischen Aaron und Hans eingeklemmt und plädierte auf Platzwechsel. Aaron und Hans blieben sitzen, Loredana machte uns den Günther und Walter machte allen den Moritz. Das ergab einen ganz neun Spielverlauf. Mit sauguten Vorgaben konnte Loredana im Endspiel gegen Walter von 1:4 auf 1:2 verkürzen. Dann hätte ihr 1-mal-die-Fünf den Gleichstand gebracht. Hätte …

13.09.2007: “Galaxy Trucker” zum Ersten

Schnell noch vor Essen hat uns der kleine tschechische Spieleverlag Czech Games Edition mit zwei Spielen eingedeckt, die wir ausprobieren und bewerten sollten. Peter ist gegenüber solchen Muß-Spielen äußerst skeptisch, er fürchtet, daß wir uns dann allein aus Verpflichtung gegenüber Autor und Verlag stundenlang durch ein Spiel quälen, das keinem mehr gefällt.
Seine letzte einschlägige Erfahrung liegt ziemlich genau 5 Jahre zurück. Damals fühlten wir uns aus Rücksicht vor dem freundlichen Mike Lasher gemüßigt, mehrere Abende mit seinem “Globopolis” zu verbringen, einem Spiel das in seinem Regelwerk auf halbem Wege stehen geblieben ist.
Als Alternative schlug Peter schon im Vorfeld ein “Manila” vor. Der besondere Grund: dessen Autor Dr. Franz-Benno Delonge, Autor auch von vielen anderen gelungenen Spielen, ist vorgestern in München zu Grabe getragen worden. Aus Pietät vor dem Meister sollte nochmal sein Werk aufgelegt werden.
In unserer üblichen Rundum-Koordination per EMail einigten wir uns auf ein Sowohl-als-Auch. Die tschechischen Spiele zu Beginn und nur solange sie uns gefallen, und hinterher den Delonge, als sichere Krönung des Abends. Nach den angegebenen offiziellen Spielzeiten sollte es für alle Spiele reichen. Meine Ungarin würde dazu sagen: “A kecske is jól lakott és a káposzta is megmaradt”.
1. “Galaxy Trucker”
Aaron und Walter hatten die Spielregeln aus dem Internet heruntergeladen und sich einverleibt. Walter erhielt von Peter das übliche Redeverbot; seine Rolle als Partner-Echo mit strategischen Zwischenrufen stößt bei den Linearkonsumenten auf keine Gegenliebe. Aaron durfte alleine das Regelwerk vortragen, von Peter mit Zwischenrufen wie “nett” oder “toller Mechanismus” unterbrochen.
Die Spieler bauen sich Raumschiffe und gondeln damit durch die Galaxis. Unterwegs laden sie Waren auf, die sie am Ziel für bare Siegpunkte verscherbeln. Auf ihrer intergalatischen Reise fahren sie durch Meteoritenschwärme, die Bauteile aus dem Raumschiff herausschlagen; sie müssen Kämpfe gegen Weltraumpiraten bestehen, und diese entweder besiegen oder die eigene Besatzung in die Sklaverei geben. Wer nach drei Runden die ertragreichsten und verlustärmsten Weltraumtransporte durchgeführt hat, ist Sieger.
Die Raumschiffe werden aus Einzelstücken (Plättchen) zusammengestellt, die verdeckt auf dem Tisch liegen. Es gibt Kanonen zum Abwehren von Meteoriten und Piraten, Laderäume zum Aufnehmen von Waren, Motoren zur Vorwärtsbewegung, Mannschaftsräume zum Aufnehmen der Weltraumpiloten, Batterien zum Antreiben von Sonderaggregaten und ähnliche Bauteile. Die Bauteile liegen zunächst verdeckt auf den Tisch. Alle Spieler langen gleichzeitig zu, nehmen ein Bauplättchen auf, probieren, ob es in ihren Bauplan paßt und legen es bei Nichtgefallen offen auf den gemeinsamen Haufen zurück.
Als wir in der Vorbereitung diese Regel gelesen hatten, haben wie befürchtet, das diese Phase bei uns in ein Chaos ausarten könnte. Jeder drängt sich vor, jeder greift gierig und rücksichtslos zu den besten Stücken auf dem Tisch und haut dem Konkurrenten auf die Finger; am Ende haben wir alle blutende Finger und die Bauteile sind verbogen. War aber nicht so. Ganz diszipliniert griffen die Spieler zu, prüften die Paßbarkeit und legten die Teile wieder zurück. Da man das Vorgehen der einzelnen Spieler ohnehin nicht kontrollieren kann (oder will), sollte hier sogar mehr Freiheit geboten werden. Jeder sollte die Teile zu seinem Raumschiff an beliebiger Stelle ablegen und die Teile auf seinem Bauplan beliebig verschieben dürfen. Zuviel eingeheimste und nicht-passende Teile werden am Ende ohnehin bestraft.
Jedenfalls verlief die Bauphase in allen Runden sehr konstruktiv und friedlich. Was man von der anschließenden Transportphase nicht sagen kann. Da waren aber nicht die Mitspieler die bösen Buben, sondern die Spielregeln, die uns Meteoriten und Piraten nur so in Kontor hageln ließen. Man muß verinnerlicht haben, daß nur ein Bruchteil des Raumschiffes und nur ein Bruchteil der Ladung sein Ziel erreichen wird, dann kann man die unausweichlichen Verluste viel leichter ertragen.
Natürlich wäre es vielleicht spiel-psychologisch erfreulicher, wenn man beim Transport immer reicher würde. In “Galaxy Trucker” wird man immer ärmer: man verliert durch Beschädigung, Verbrauch oder Kampf immer mehr von seinen Leuten, seinen Kanonen, Motoren, Schutzschilden oder Energiervorräten und darf froh über jedes Überbleibsel sein, das man am Ziel in Siegpunkte verwandeln kann.
Doch das Spiel funktioniert. Es ist eine gelungene Mischung aus gekonnter Bau-Kombinatorik unter Zeitdruck mit anschließender Bewährung gegenüber zufallsgesteuerten Belastungsproben. Sehr positiv fällt auf, daß es keinerlei Totzeiten gibt, wo man das Ende der Denkprozesse von Mitspielern abwarten muß. Gebaut wird gleichzeitig und die Schicksalsschläge treffen so zielgerichtet und unbarmherzig ein, daß keiner überlegen muß, wie er sich dagegen wehrt. Er kann es nicht!
Peter fand noch die geistige Verwandtschaft mit “Sternschiff Catan” und “Ubongo”. Doch die jetzt angebotene Mischung ist in der Summe sehr viel besser.
WPG-Wertung: Aaron: 7, Loredana: 7, Peter: 7 (leicht gezögert), Walter: 7
Aaron schreibt eine Rezension
2. “Sechststädtebund”
Das wäre das zweite Spiel der Czech Games Edition gewesen. Doch es war schon 23 Uhr: 1 Stunde Erklärung und 2 Stunden Spiel und Diskussion im Weltraum waren vergangen. Mit Aarons Feststellung: “Das zweite ist auch nur ein 1 Stunden Spiel” waren die Tschechen und war auch Herr Delonge vom Tisch. (Verzeiht mir die despektierlicher Formulierung!) Anmerkung für die Ungarn: Die Ziege ist zwar satt geworden, aber der Kohlkopf ist dabei darauf gegangen.
Jetzt ging es nur noch darum, einen gut angefangenen Spielabend auch gut abzurunden.
3. “Tichu”
Eines von Peters Lieblings-Kartenspielen. Beim Einführen von Neulingen (diesmal war das Aaron) erzählt er immer die Story, wie er es zum ersten Mal im Spiellokal der Münchener Spuiratzn spielte und sein Adrenalinspiegel den ganzen Abend lang durch den ständig wiederkehrenden Aufschrei “Bombe” (eine besondere potente Kartenkombination) in die Höhe geschnellt wurde.
Nach Peter Ansicht ist dieser berühmte Münchener Spielclub ohnehin nur ein verkappter “Tichu-Verein mit angeschlossener Brettspiel-Abteilung”. Günther darf dementieren, wenn er aus seinem Urlaub zurück ist.
WPG-Wertung: Aaron war von “Tichu” nicht hingerissen, durfte aber keine Erste-Eindrucksnote vergeben um den den WPG-Durchschnitt von guten 8,3 Punkten nicht zu gefährden.
4. “Bluff”
Peter war mit 2 Würfeln im Endspiel gegen Aarons und Walters je einen Würfel. Er hatte eine Zwei und eine Drei unter dem Würfelbecher. Was sollte er vorgeben?
1 mal die Eins? Das verschiebt sein Problem nur auf sein nächstes Gebot.
1 mal die Zwei oder 1 mal die Drei? Dann hat er bei seinem nächsten Gebot ebenfalls keine Chance mehr.
Er packte den Stier bei den Hörnern und bot 1 mal die Fünf. Aaron hatte keine Fünf unter seinem Becher und zweifelte an. Peter deckte seine Luschen auf, die Spannung stieg, doch Walter hatte eine tragische Fünf geworfen! Nach der Standard-Non-Warumduscher-Regel waren die beiden Armhälse ausgeschieden. Peter pochte darauf, diese seine grandiose Bluff-Leistung morgen im Spielbericht zu lesen!
Doch dann darf ich auch vom nächsten Spiel berichten:
Aaron gab mit drei Würfeln 3 mal die Vier vor. Walter hatte unser seinen beiden Würfeln auch eine Vier und erhöhte auf 4 mal die Vier. Peter hatte mit drei Würfeln eine Zwei, eine Drei und eine Fünf. Absolut uncool ging er auf 4 mal die Fünf. Das kostete ihn alle seine restlichen Würfel, denn seine Fünf war die einzige unter den acht Würfeln des Endspiels. Den Rest konnte Aaron für sich entscheiden.
Wo ist hier eigentlich die Loredana geblieben? Sie hatte jedesmal bereits beim Vorspiel alles hingeben müssen!

05.09.2007: Bereicherung mit alten Camelots

Ziemlich genervt kam Moritz von der Uraufführung seiner Oper “Freax” aus Bonn zurück. Sein bis dahin bestes Werk hatte vom Publikum eine überaus freundliche Zustimmung erhalten, doch die Nebenerscheinungen bei der gescheiterten Zusammenarbeit mit Schlingensief waren mehr als aufreibend. Moritz wollte keinen Kommentar dazu abgeben, er wollte nur noch spielen! Brettspiele!
Dafür sind die Westpark-Gamers natürlich bestens geeignet. Nach Peters schriftlichem Zeugnis gilt “dennoch und ohne Übertreibung: Westpark hat Top Prio. Eine bessere und gemütlichere Spielrunde kenne ich nicht und habe ich nicht erlebt.” – Das ist zweifellos das Gegenteil von Netzbeschmutzung!
1. “Schatten über Camelot”
Der Kampf aller Guten gegen den einzigen Bösen.
In Camelot ziehen die Spieler reihum weiße Karten, mit denen sie die Machtposition der Guten stärken. Haben sie genügend Kampfkraft gehortet, ziehen sie aus, um die “Quests” gegen das Böse zu bestehen. Das Böse gewinnt in jeder Runde an Boden, und die Guten haben nur bei guter Koordination ihrer Mittel und durch Aufopferung einzelner Leben und Machtpunkte eine Chance, am Ende zu obsiegen.
Die Guten gewinnen gemeinsam, keiner von ihnen kann sich als Einzelkämpfer profilieren. Insofern ist “Camelot” ein echtes Kooperationsspiel, und zwar eines von der besseren Sorte. Die Entscheidung steht ständig auf der Kippe und wer sich mit dem Gral, mit Excalibur und ähnlichen Accessoires identifiziert, findet den Kampf auf Messers Scheide richtig spannend. Wer allerdings danach strebt, das Spielfeld als einziger Sieger zu verlassen, der muß hoffen, vom Schicksal die Rolle des Bösen zugeschustert zu bekommen. Wenn dann gewinnt, hat alleine gewonnen.
WPG-Wertung: Gegenüber ihrer bisherigen mäßigen Wertung haben Günther und Walter je einen Punkt zugelegt, Moritz bleibt bei seinen 8, Birgit fand es ebenfalls 8 Punkte wert, und Wolfgang liegt mit 7 Punkten noch knapp über dem Schnitt.
Moritz hat noch keine Rezension geschrieben.
2. “Modern Arts”
Auktionen um Künstler und ihre Werke. Wer am Ende den beste Riecher für die Entwcklung von Kunstrichtungen und erzielbare Preise hatte, wird Sieger.
Außergewöhnlich kurze Runden kennzeichneten diesmal den Ablauf. In der ersten Wertung waren nur Krypto und Christin P. in den Handel gekommen, in der zweiten Wertung auch noch Lite Metal. Yoko und Karl Gitter blieben bis zum Ende im Magazin. Offensichtlich haben sich da zu viele Mitspieler verspekuliert und sind dann auf ihren Kunstschätzen sitzen geblieben.
Christin P. konnte auch die dritte und vierte Wertung für sich entscheiden und brachte es am Ende auf 100 Dollar pro Stück. Wer sich hier engagiert hatte, wurde Sieger. Günther war es nicht, aber als der Sieger am Ende befriedigt seine 500 Eier in die Schachtel zurücklegte, konnte er dessen Euphorie dämpfen: “So hoch ist der Abstand gar nicht!” – Immerhin waren es noch fast 7 Prozent!
Keine neue WPG-Wertung. Birgit hielt sich zurück. Diese Art von Spielen liegt ihr nicht und sie wollte den WPG-Durchschnitt nicht vermasseln.
3. “Kunst-Box”
Es war erst halb Elf und viel zu früh für ein “Bluff”. Moritz schlug deshalb gleich noch ein weiteres Spiel um Gemälde vor: “Kunst Box”. Auf die kritischen Fragen, wie lange das Spiel dauert, konnte er beruhigen: “Solange ihr wollt!”. Es werden einzelne Gemälde unabhängig voneinander präsentiert; jede Präsentation dauert ca. 20 Minuten, und die Spieldauer ergibt sich aus der Anzahl der vorgestellten Bilder!
Eigentlich ist es kein Spiel, sondern eine Art Quiz für Kunstkenner und solche, die vorgeben, es zu sein. Das jeweils zu präsentierende Gemälde ist zu Beginn von Plättchen zudeckt und der aktive Spieler darf jeweils ein Plättchen entfernen, so daß die Einzelheiten peut a peut sichtbar werden. Dann darf er eine Behauptung zur Eigenschaften des Gemäldes aufstellen, z.B. von welchem Künstler es ist, wann dieser geboren wurde, welches Motiv es darstellt, aus welcher Epoche es stammt, ob Einzelteile des Gemäldes gefälscht sind und dergleichen. Die behaupteten Eigenschaften muß der aktive Spieler frei aus seinem Kunstverständnis schöpfen, und wer einen Niederländer nicht von einem italienischen Renaissancemaler unterscheiden kann, hat schon mal schlechte Karten.
Wer von den nicht-aktiven Mitspielern der Behauptung des aktiven Spielers glaubt, gibt ihm einen Chip aus der Bank. Am Ende bekommen sie selbst für die richtige Antwort auch einen Chip. Wer nicht glaubt, gibt keinen Chip und bekommt am Ende auch nichts. Wer am Schluß die meisten Chips einnehmen konnte, ist Sieger.
Dieses Chip-Verteil-Prinzip hat Moritz entweder nicht richtig vorgelesen, oder es ist einfach unausgegoren. Warum sollte ich dem aktiven Spieler freiwillig einen Chip gegen, wenn ich am Ende höchstenfalls ebenfalls nur einen Chip bekomme? Schon aus Prinzip gab niemand keinem keinen Chip. So setzen sich schließlich die Kenner von “Öl auf Leinwand” gegen die Scharlatane mit “Öl auf Holz” durch. Die Kunstbanausen entschieden sich einstimmig, die bunte Kunst links liegen zu lassen.
WPG-Wertung: Birgit: 2, Günther: 3, Moritz: 5 (Künstler!), Walter: 3, Wolfgang: 5 (Kunstkenner!)
4. “Verflixxt!”
Es war nicht viel Zeit vergangen, für ein richtiges Vor-Absacker-Spiel war immer noch Zeit.
“Verflixxt!” in der Basisversion ohne Fisimatenten kam da gerade recht, um die spielerische Stimmung wieder auf Vordermann zu bringen.
Ein Würfelspiel ohne jeden Fehl und Tadel. Der Glücksfaktor liegt sicherlich in der Nähe von 1, doch wo er genau liegt, darüber können die Experten noch streiten. Der Spaßfaktor liegt zweifellos bei 100%. Als alter Backgammonese konnte Moritz das Spiel für sich entscheiden, Birgit mit ihren Vorlieben für strategische Adventure-Games kam immerhin auf den zweiten Platz.
Keine neue WPG-Wertung für ein ehemaliges “Spiel des Monats” vom Westpark.
5. “Bluff”
Nichts Neues im Westen, doch Moritz ergriff schnell die Gelegenheit, seine überaus geschätzen Fähigkeiten, Spiele zu erklären, beim Neuling Birgit unter Beweis zu stellen.
Apropos Birgit: Für alle Westparker, die neugierig sind. Sie war eine Bereicherung!

League of Six

cover
designer Vladimír Suchý
publisher Czech Games edition
released 2007
number of players 3-5
playing time 60 minutes
Rating pic pic pic
pic pic
pic pic
pic pic pic

League of
Six

previewed by Aaron Haag

At the time of the Hussite
Wars
in Bohemia six towns of the Upper Lusatia region allied in order to protect themselves against the robbing knights
and to retain their wealth and the stability of Lusatia during the times of war.

The game “League of Six” uses this setting and three to five players take the role of
tax collectors for King Sigismund. Their task is to attain the highest favor at the court of the
king of Germany and Hungary by delivering valuable goods to the king’s stores while
simultaneously gaining the support of the civic leaders.

The game is played over six rounds, each representing one year. In every round all players use
their tax collector to visit one of the towns and select which goods are to be paid as taxes. Then
they transport these goods as fast as possible into the royal stores or the stores of the civic
leaders.

What sounds like one of the many well-known resources management and route optimization games –
“Notre Dame” or “Thurn and Taxis” come to mind here – is a completely new,
refreshingly coherent game due to some surprisingly innovative game mechanics. Let’s look at
some of them in more detail.

The Countryside Board

At the beginning of the game the six town tiles are places around the countryside board in a
random order. A circular road on the board connects the six towns. It is used by the tax
collectors to travel to a town of their choice to collect the taxes. On the countryside board we
find two important features: a movement order track used to define the order in which players
select the town they want to visit with their tax collector and a bidding track for each of the
towns.

Players indicate on the bidding track how many guards – the “currency” in the game –
they are willing to pay to be allowed to stay in the town and collect taxes. If a player enters a
still vacant town, he places the tax collector pawn on the “zero” field of the bidding
track of that town; thus initially paying nothing. As soon as another player enters an already
occupied town, the newcomer must offer a higher amount as already indicated by the current occupant
in order to be allowed to remain in the town. The two players concerned increase their bids until
one player passes. This player then receives the amount of guards bid by the other player, then
leaves the town and immediately enters another one, paying a distant dependent fee for traveling on
the circular road. Here, the bidding process starts over if the town is already occupied by another
player.

As the towns offer different kinds and quantities of goods some towns are more valuable than
others. This is where the movement order track comes into play as it specifies which player may
first select a town to travel to. Those players who paid fewer guards in the previous round are now
the first to select a town. This elegant mechanism most of the time ensures that the player with
the least attractive town in the current round will select first in the next round.

The whole bidding phase needs careful consideration by the players as it offers sufficient
possibilities to waste money by careless travel and bidding. With some experience players will be
able to use a multi-hop approach to their target town by traveling to intermediate towns first in
order to save on road fees while at the same time collecting sufficient guards to win the bidding
in their preferred target town. We found this part of the game design very challenging and one of
the best parts of the game.

The Town Tiles

Each town tile indicates which resources are available in the town. Basically, each town offers up to four different types of resources:

  • Goods (of four types), which can be collected as taxes,
  • Horses for fast transportation into the storage halls,
  • Guards as the “currency”,
  • Support of the civic leaders.

The availability of the town’s resources varies between rounds, so that a city’s
attractiveness varies too, depending upon the round played and the tactics chosen.

The Tax Tiles

The variation in resource availability is created by the tax tiles, which indicate the
combinations of the available goods that can be collected. The tax collector in the town has the
choice of turning the tax tile to a position of his liking thereby selecting one of the possible
resource combinations.

The tiles permit the selection of only three to up to five groups of the goods offered in the
town. Therefore it can happen that a town which yielded a lot of resources in the previous round
may be not so attractive in the current round if the new tax tile only allows the collection of a
few resources.

This beautiful element prevents permanently good positions on the game board but at the same
time represents a potential problem when determining which of the towns provides the best value in
the current round and how much it is worth to bid on is a lengthy analysis process. This may result
in excessive playing time and a lot of idle time for the players. However, the analysis is so
complex that even our “professional analyst” decided to play mainly by using his
“gut feeling”. Player interaction, i.e. the
incalculability of the other players, also contributes so that players will often refrain from a
complete analysis of identifying the absolutely optimal town.

Transport into the Stores

This is probably the most surprising new element in “League of Six”. The
order by which players may deliver their collected goods to the stores is determined by the number
of horses the tax collector has acquired in the town, i.e. the player with most horses may select
and supply first.

The delivery sequence is of crucial importance for winning the game, because the player
delivering first has the full selection in both stores and shelves and each shelf requires
different goods to be filled completely. Beginning with the active tax collector the players in
turn fill the selected shelf with the goods they have collected until the shelf is either full or
there are no more matching goods. Then the second-fastest tax collector selects a store and a shelf
to be supplied, and so on.

The correct selection of the store and the shelf is crucial because each player, not only the
active tax collector, receives points of favor (king’s store) or support (civic leaders’
store) for goods supplied. And the same goods on different shelves offer different points. In
addition, the active tax collector receives points of favor or support, if a shelf is completely
filled.

Again, a careful analysis of the situation is required here to make a good choice. Often enough
it makes sense to select a shelf, which one cannot fill alone or even one for which one does not
have any goods at all, as long as it is guaranteed that the shelf is completely filled and one
receives the extra points. Also here finding the optimal choice is not easy, but since the goods of
all players are displayed openly one can quickly acquire sufficient experience to make fast
decisions.

The Hussite Siege

There are many ways to properly balance a game for a varying number of payers, often the game
board or the number of resources is modified depending on player numbers. In “League of
Six” this adaptation for varying player numbers is reached by the Hussite cards, which in each
round lay siege to a number of towns. Towns under siege are not available for tax collection. The
number of towns not under siege is identical to the number of players; therefore every player is
able to place his/her tax collector into one town. The Hussite cards are drawn randomly at the
beginning of a round.

Elements of Luck

From what I have described by now it becomes clear that luck plays some role in “League of
Six” Apart from the variable start position there are:

  • besieged and thus not playable towns,
  • tax tiles, which limit the possible resource combinations of a town,
  • stores, whose need changes from round to round.

It is important to note that these elements of luck exist but do not create a major impact.
Players always feel that they are in control of the game and that all decisions they make have a
direct influence on their chance to win. The elements of luck have been very carefully integrated
into the game design and they create just the right amount of dynamics when tactics need to be
adapted to the changing eco system.

Conclusion

Like all good games “League of Six” leaves players spoilt for choice when deciding
between several different possible moves and tactics. Quite interestingly, playing the game
intuitively seems to be equally promising as analytical play, which anyway has its limits. Time and
more game plays will tell if in the end the thorough optimizer has a better chance of winning the
game than the more intuitively playing gamer.

The indicated playing time of 60 to 90 minutes, thus 10 to 15 minutes per round, is realistic
and surprisingly short for a game of this complexity. Our initial fear that playing the game would
degenerate into tedious and repetitive analytical work did not materialize at all. Instead
“League of Six” is an organic combination of new and well-known game mechanics with just
the right amount of luck involved to make it a very well balanced and highly attractive whole.
Highly recommended!

Sechsstädtebund (League of Six)

cover
Autor Vladimír Suchý
Verlag Czech Games Edition
erschienen 2007
Spielerzahl 3-5
Spieldauer 60 Minuten
Wertung pic pic pic
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pic pic pic

Sechsstädtebund
(League of Six)

ein erster Eindruck von Aaron Haag

Zur Zeit der Hussitenkriege in Böhmen verbündeten sich sechs Städte in der Oberlausitz, um sich vor
raubgierigen Rittern zu schützen und trotz der Kriege ihren Reichtum und die Stabilität der Lausitz
zu bewahren.

Drei bis fünf Spieler übernehmen die Rolle von Steuereintreibern und versuchen mit
wertvollen Waren und durch die Unterstützung der Stände die höchste Gunst am Hofe des Königs von
Deutschland und Ungarn zu erlangen.

Das Spiel geht über sechs Runden, die jeweils ein Jahr darstellen. In jeder Runde besuchen alle
Spieler mit ihrem Steuereintreiber eine der Städte und legen dort fest, welche Waren als Steuern zu
entrichten sind. Diese versuchen sie dann so schnell wie möglich in die Lagerhallen des Königs und
der Stände zu transportieren, um so die Gunst des Königs und die Unterstützung der Stände zu
gewinnen.

Was bisher wie eines der vielen bekannten Ressourcen-Managment und Wegeoptimierungsspiele klingt
– “Notre Dame” oder “Thurn
und Taxis
” seien als Beispiele genannt – ist wegen seiner überraschend innovativen
Mechanismen ein völlig neues, erfrischend stimmiges Spiel. Schauen wir uns die wichtigsten
Designelemente einmal genauer an.

Der Landschaftsspielplan

Zu Beginn des Spiels werden an einen Landschaftsspielplan die sechs Städte des Städtebundes in
zufälliger Reihenfolge angelegt. Über ein Wegenetz sind diese Städte jetzt reihum
miteinander verbunden. Über diese Wege reisen die Steuereintreiber von Stadt zu Stadt, um sich in
einer davon niederzulassen und dort Steuern einzutreiben. Hierzu enthält der Landschaftsplan zwei
wichtige Elemente: eine Leiste, die die Zugreihenfolge der Spieler bei der Stadtauswahl festlegt,
sowie eine Bietleiste für jede Stadt. Über diese Bietleiste legt ein Spieler fest, wie viele
Knappen, das “Zahlungsmittel” im Spiel, er bereit ist zu zahlen, um in dieser Stadt die
Steuern eintreiben zu dürfen. Betritt ein Steuereintreiber eine noch unbesetzte Stadt, setzt er
seine Spielfigur auf das Feld 0 der Bietleiste; er zahlt also nichts. Sobald man aber eine bereits
von einem anderen Spieler besetzte Stadt betritt, muss der Neuankömmling einen höheren Betrag
anbieten, um in der Stadt bleiben zu dürfen. Die beiden betroffenen Spieler steigern ihr Gebot
solange, bis einer der beiden passt, das Gebot des anderen einstreicht und dann die Stadt verlässt
und eine neue betritt.

Da die Städte unterschiedliche Arten und Mengen an Gütern als Steuern anbieten gibt es
wertvollere und weniger wertvolle Städte. Hier kommt nun die Zugreihenfolge-Leiste ins Spiel, denn
die legt fest, dass derjenige Spieler zuerst die Stadt aussuchen darf, in die er reist, der in der
Runde davor am wenigsten Knappen für das Verbleiben in der Stadt bezahlt hat. Ein eleganter
Mechanismus, der meistens dafür sorgt, dass der Spieler mit der unattraktivsten Stadt in der
nächsten Runde als erster eine Stadt aussuchen darf.

 

Die Städtekarten

Jede Stadtkarte zeigt an, welche Ressourcen dort erhältlich sind. In jeder Stadt gibt es
grundsätzlich drei verschiedene Typen:

  • Waren (in vier Farben), die als Steuern eingetrieben werden können,
  • Pferde für den schnellen Transport in die Lagerhallen und
  • Knappen als “Zahlungsmittel”.

Die Verteilung der Ressourcen in den Städten ist unterschiedlich aber konstant während des
gesamten Spiels, so dass eine Stadt je nach Spielrunde und Taktik unterschiedlich attraktiv
ist.

Die Steuermarken

Die in jeder Runde neu und zufällig auf die Städte verteilten Steuermarken bestimmen, welche
Kombinationen der dort erhältlichen Güter eingenommen werden können. Dabei hat der Steuereintreiber
in seiner Stadt die Wahl, welche der erlaubten Kombinationen er eintreibt.

Über diese Marken wird der eigentliche “Wert” einer Stadt in jeder Runde neu
definiert, denn die Marken erlauben je nach Typ die Auswahl von nur drei aber auch bis zu fünf der
in der Stadt angebotenen Güter. So kann eine Stadt, die in der Vorrunde noch große Erträge brachte
in der aktuellen Runde eher uninteressant sein, wenn dort die Güterauswahl erheblich eingeschränkt
ist.

Dieses an sich schöne Element, das dauerhaft gute Positionen auf dem Spielplan verhindert,
stellt aber gleichzeitig auch ein potenzielles Problem dar. Es ist nur durch langwierige Analyse
möglich zu ermitteln, welche Stadt in der augenblicklichen Spielrunde den höchsten Gewinn an Gunst
bringen wird. Damit ergibt sich die Gefahr überlanger Spielzüge und Leerlaufzeiten.

Nun ist die Analyse des Ertrags aber so komplex, dass selbst unser “Profidenker” eher
“aus dem Bauch heraus” spielte. Auch trägt das “Mitspielerchaos“, d.h. die Unberechenbarkeit der anderen
Spieler, dazu bei, dass in der Regel gar nicht ernsthaft versucht wird, die absolut optimale Stadt
zu identifizieren.

Der Transport in die Lagerhallen

Dies ist das wohl am meisten überraschende neue Element in “Sechsstädtebund”. Beim
Transport in die Lagerhallen spielt die Anzahl der von den Steuereintreibern in ihrer Stadt
erworbenen Pferde eine Ausschlag gebende Rolle, d.h. der Spieler mit den meisten Pferden darf als ersten
liefern, usw.

Wie sich bei unserem Spiel herausstellte, ist die Lieferreihenfolge von entscheidender Bedeutung
für den Sieg, denn der Spieler, der als erster liefert hat die volle Auswahl in beiden Lagern. Wer
liefert bestimmt einfach ein Lager und ein Fach im Lager. Dort ist dann angegeben, welche und wie
viele Waren in dieses Fach geliefert werden müssen. Beginnend mit dem Lieferanten füllen die
Spieler nun das Fach reihum mit ihren Waren bis das Fach entweder voll ist oder keine passenden
Waren mehr vorhanden sind. Erst dann wird der nächst-schnellste Spieler zum Lieferanten.

Die Auswahl des Lagers und des Fachs ist deshalb so entscheidend, weil jeder Spieler, nicht nur
der Lieferant, für seine in dieser Phase ins Fach gelegten Waren Gunstpunkte erhält. Zusätzlich
erhält der Lieferant Gunstpunkte oder Ständeeinfluss, wenn ein Fach vollständig gefüllt worden ist.
Es kann also durchaus sinnvoll sein ein Fach zu wählen, das man gar nicht alleine füllen kann oder
für das man überhaupt keine Waren besitzt, solange sichergestellt ist, dass das Fach gefüllt wird
und man die Zusatzpunkte erhält. Auch hier ist das Finden des optimalen Zugs anfangs nicht ganz
einfach, da alle Waren der Spieler aber unveränderbar offen liegen gewinnt man im Laufe des Spiels
schnell die notwendige Erfahrung.

Die Hussiten

Um ein Spiel für unterschiedlich viele Spieler gleich gut ausbalanciert zu halten, findet man
häufig mit der Spieleranzahl variierende Spielpläne oder Ressourcenzusammensetzungen. Bei
“Sechsstädtebund” wird dies durch die Hussitenkarten erreicht, die in jeder Runde eine
von der Spielerzahl abhängige Anzahl Städte belagern. Diese stehen dann in dieser Runde nicht für
die Steuereintreibung zur Verfügung. Dabei werden immer genau so viele Städte belagert, dass die
Anzahl der nicht belagerten Städte der Spieleranzahl entspricht. Hiermit ist gewährleistet, dass
jeder Spieler in einer Stadt Steuern eintreiben kann. Welche Städte belagert werden, wird vom
Zufall bestimmt.

Zufall

Aus dem bereits Beschriebenen wird klar, dass der Zufall eine wichtige Rolle in
“Sechsstädtebund” spielt. Von der variablen Startaufstellung einmal abgesehen gibt es in
jeder Runde diese Zufallselemente:

  • belagerte und damit nicht spielbare Städte,
  • Steuermarken, die die möglichen Güterkombinationen einer Stadt begrenzen,
  • Lagerhallen, deren Bedarf sich von Runde zu Runde ändert.

Nun darf der Glücksfaktor in einem Spiel nicht so groß sein, dass man sich
“gespielt” fühlt. Stattdessen sollte immer der Eindruck erhalten bleiben, dass man durch
seine Zugwahl unmittelbaren Einfluss auf seine Siegchancen hat. In “Sechsstädtebund” sind
die Zufallselemente sehr moderat und vorbildlich in das Spiel integriert, so dass der Eindruck des
“gespielt werden” nie entsteht. Ganz im Gegenteil bringen die Zufallselemente die
richtige Portion Dynamik ins Spiel, wenn die gewählte Taktik wieder den neuen Umfeldbedingungen
angepasst werden muss.

Erste Einschätzung

Wie jedes gute Spiel bietet “Sechsstädtebund” stets die Qual der Wahl zwischen
mehreren optimal erscheinenden Zügen und Taktiken. Interessant ist, dass intuitives “Aus dem
Bauch heraus”-Spielen genauso seinen Reiz hat wie analytisches Optimieren, da letzteres
sowieso nur bedingt möglich ist. Ob letztendlich der Optimierer gegenüber dem
“Bauch”-Spieler die höheren Siegchancen hat, werden erst weitere Spielrunden zeigen.

Die angegebene Spieldauer von 60 bis 90 Minuten, also 10 bis 15 Minuten pro Runde ist
realistisch und für ein Spiel dieser Komplexität überraschend kurz. Unsere anfängliche Befürchtung,
dass das Spiel in mühsame Arbeit ausarten würde, traf dann auch überhaupt nicht zu. Stattdessen ist
“Sechsstädtebund” mit seiner organischen Kombination aus bekannten und neuen Mechanismen
angereichert mit Planungs- und Zufallselementen ein sehr gut ausbalanciertes Ganzes mit hohem
Spielreiz. Sehr empfohlen!

Galaxy Trucker

cover
author Vlaada Chvátil
publisher Czech Games Edition
released 2007
players 2-4
playing time 60 Minuten
rating pic pic pic
pic pic
pic pic
pic pic pic

Galaxy
Trucker

previewed by Aaron Haag

Games using a sci-fi theme are usually not considered to be mainstream products and sometimes
only cover a niche market. In the past games like “Merchant of Venus” by
Richard Hamblen, “Buck Rogers” by Jeff Grubb or “2038” by Tom Lehmann
were definitely well received as gamers’ games but never managed to (or intended to?) enter the
mass market. Recent publications like “Die Sternenfahrer von
Catan
” or “Space Dealer” tried to translate well-known elements into a sci-fi setting or
combined new game mechanics with trusted ones using a sci-fi theme as the background.
Interestingly, those endeavours did not benefit from their heritages and I dare to say that their
success has at least been hampered by the sci-fi theme.

These were the thoughts when we unpacked “Galaxy Trucker”, a new game by Vlaada
Chvátil also known for his games “Graenaland” and
Through The
Ages
“. “Galaxy Trucker” will be released by the new publisher Czech Games Edition in
time for Essen 2007.

The rules and the components of the game immediately triggered memories of both
“Sternenfahrer” and “Space Dealer”. Two to four players have the task to build
spaceships and then explore outer space in search for valuable goods they can sell at the end of
their journey. The game starts with a shipbuilding phase where all players simultaneously try to
build a well-functioning and safe spaceship using ship part tiles from a common pile. The duration
of this phase is controlled by a timer, creating time pressure for the players when building their
ships. This time pressure uses a clever mechanic that is fair and adaptive to the speed of the
player group. An hourglass may be moved along a track by the players whenever is runs out, and is
turned over again. Ingeniously, the player shifting the timer to the last space on the track must
cease building when he/she does so. Once the timer has run out on the final space of the track all
shipbuilding must stop immediately. Moving the hourglass is optional, therefore players have it in
their hands how long the building phase lasts, while still guaranteeing a minimum building
time.

When reading this rule we became a little worried about how this would work in practice,
actually expecting a lot of chaotic grabbing of ship tiles and a general mess in the middle of the
table. Real play then showed that this is by no means the case. Despite the time pressure building
was carried out controlled and organized and became only a little hectic when the timer had been
turned for the final run.

The reasons why shipbuilding is controlled rather than chaotic are manifold. First, the ship
part tiles are all face down when the ship building phase commences. Only tiles returned to the
pile because players render them unsuitable for their ship are turned face up. So there is no
jumping on that e.g. “best engine” tile because nobody knows where it is. Instead
everybody grabs a tile and tries to determine if and how it can extend ones ship in a suitable way.
Secondly, ship part tiles come in different types (engines, guns, shields, cargo bays, crew cabins,
universal connection modules) and connection styles so that players need to spend some time on
finding out if a tile fits their needs.

ship

Once the timer has run out on the final track space and all shipbuilding has stopped players
begin to check each other’s spaceships for validity. Any part not properly connected according
to the rules must be removed from the ship, sometimes disconnecting additional structures from the
main body of the ship, which then also need to be removed. In our game we did not manage a single
round of the game without at least one player having to remove tiles. This gives an indication that
it is not too easy to build ships under time pressure.

When all ships have been checked the second phase of the game starts: the space mission. The
motor of this phase are event cards laid out in four stacks. The spaceships, represented by pawns
in the players’ colours, are placed on the “flight board” showing a race track for
the intergalactic mission. The initial sequence in which the spaceships are positioned is
determined by the order in which the players completed their shipbuilding, with the first player to
complete his/her ship being the first to select his/her starting position. Once the ships are all
lined up the player of the leading ship draws an event card from any one of the four stacks. Being
the owner of the leading ship and thereby being able to select the stack to draw from has a
distinct advantage: during the shipbuilding phase players are allowed to inspect any one of three
stacks, the fourth remains secret to all players. This way players are able to build their ship
according to the events that will happen during the mission and they even know which event are in
which stack, with of course a bit of uncertainty about what evil might lure in the undisclosed
fourth stack.

Events come in three general types: they either provide an opportunity to collect goods or they
pose a threat to the ship and may destroy parts of it, or they represent empty space where the ship
travels forwards in the race track according to its engine power.

Once the last event card has been drawn and executed the space mission is over and the players
collect credits for the goods they have on board and the position they hold on the flight board.
Then a bonus is paid to the player with the best-looking ship.

track

The game is played in three rounds with each additional round increasing the size of the
spaceship that can be built while at the same time increasing the number and severity of events
threatening the ships. Sometimes in the second and third round ships may be damaged so severely
that they have only a minute chance to finish the mission. The rules cover this situation quite
well by allowing a player to abort the ship’s travel and still collect credits for the goods
transported, although only half of their value is paid in this case. Our experience is that such a
situation happens rather often and it is therefore a good idea to know what event cards are still
to appear in order to be able to evaluate one’s odds of survival.

Although we did not receive the final production version of the game we can already say that the
components’ quality, print and graphics are of excellent quality and support the sci-fi theme
very well. The only minor quarrel we have is that the players colours and goods are identical in
our version, something which could easily be avoided.

We enjoyed playing “Galaxy Trucker” very much and all of us agreed that it offers a
lot of replay value. Building a good ship that matches the threats of the upcoming space mission is
definitely a challenge and fun at the same time. The time control of the building phase is truly
ingenious and works excellently. Luck certainly plays a role in the game, but it is not predominant
and players always have the feeling to be in control. In those cases where the events cards are
just too disastrous to one’s ship players may briefly think to be hit by bad luck but quickly
realize that their ship had an unnecessary structural weakness, which they will avoid in the next
round. As the game only lasts about one hour (once all players know the rules) there is plenty of
chance to improve ones shipbuilding abilities. And I am sure that players long for a revenge after
just one game played.

“Galaxy Trucker” is a very enjoyable game and definitely one of the best sci-fi games
I have played since a long time.

On The Underground

cover
Autor Sebastian Beasdale
Verlag JKLM Games
erschienen 2006
Spielerzahl 3-5
Spieldauer 90 Minuten
Wertung pic pic pic
pic pic
pic pic pic pic pic

On The
Underground

rezensiert von Walter Sorger

Es geht um den U-Bahnbau in London. Das Spielbrett zeigt einen Verkehrsplan von London, im dem
die Planstrecken für das gesamte Verkehrsnetz eingezeichnet sind. Pro Zug darf ein Spieler vier
Steckenabschnitte einer U-Bahn-Linie bauen. Anschließend transportiert er den einen gemeinsamen
Passagier zu einem ausgewählten Zielbahnhof. Für jeden Steckenabschnitt, den der Passagier dabei
die Linie eines (irgendeines!) Spielers nutzt, kassiert dieser Siegpunkte. An der Beförderung des
Passagiers profitiert also nicht nur der aktive Spieler, sondern alle Spieler, deren Linien benutzt
werden. Optimaler Streckenbau, Prämien für gelungene Streckenführung und regelmäßige Einnahmen bei
der Passagier-Beförderung sind das A und O einer erfolgreichen Spielweise.

Einige Details zum Streckenbau:

  1. Bei vier oder fünf Spielern betreibt jeder Spieler zwei U-Bahn-Linien. Bei drei Spielern
    betreibt jeder drei Linien.

  2. Der Einzugsbereich einer Linie ist nicht vorgegeben, ein Spieler kann seine Linie in jeden Teil
    des Verkehrsplanes ausdehnen.

  3. Neue Steckenabschnitte einer U-Bahn-Linie müssen an bereits bestehende Abschnitte der gleichen
    Linie anschließen. Mit dem ersten Steckenabschnitt legt ein U-Bahn-Bauer fest, in welchem Stadtteil
    er seinen Ausgangspunkt hat.

  4. Die gleichen Streckenabschnitte auf dem Verkehrsplan können zum Teil von mehreren Linien
    betrieben werden. Sind aber alle zulässigen Gleise belegt, ist die Strecke für weitere Linien
    blockiert.

    Damit wird ein konkurrierender Wettlauf um die verkehrsgünstigsten Linien ausgelöst.

  5. board Über den Bau von kostenpflichtigen Weichen kann sein Spieler seine Linienführung
    verzweigen lassen. Die Linie wächst dann eher in die Breite als in die Länge.

    Eine Linie kann somit ein bestimmtes Areal dominieren und den Passagier dort auf die eigene Linie
    zwingen, sie verliert aber Attraktivität bei großen Transportwegen von einer Ecke Londons zur
    anderen.

  6. 6) Werden von einer Linie bestimmte Paare von Zielpunkten verbunden, gibt es dafür
    Sonderprämien. Ebenfalls Sonderprämien gibt es beim Anschluß bestimmter Endbahnhöfe
    anschlossen.

Dadurch wird die Streckenplanung eines Spielers einem konstruktives Spannungsverhältnis
ausgesetzt: sie wollen ihr Streckennetz einerseits auf den Innenstadtbereich konzentrieren und
andererseits auch in Richtung Außenbezirke erweitern. Eine optimale Punkte-Ausbeute erfordert eine
sorgfältige Planung.

Den Zielbahnhof für den Transport des Passagiers kann ein Spieler jeweils unter vier
Alternativen auswählen. Die Fahrstrecke, die der Passagier zu seinem Ziel nutzt, ist allerdings
nicht willkürlich bestimmbar, sondern durch die Spielregel genau definiert: Der Passagier muß
diejenige Strecke wählen, auf der er die kleinstmögliche Stecke zu Fuß zurücklegt, bei den
angebotene U-Bahn-Linien muß er die nutzen, wo er am wenigsten oft umsteigt. Das entspricht dem
wohl häufigsten Fahrverhalten aller U-Bahn-Benutzer der Welt: Man bleibt so lange wie möglich in
einer einzigen Linie sitzen, auch wenn damit Umwege gefahren werden.

Natürlich sucht sich der Spieler von den angebotenen Zielpunkten denjenigen aus, bei denen er
mit seinen Linien am meisten profitiert. Er darf vorher auch schnell noch ein paar Verbindungswege
bauen, um damit den Passagier auf die eigene Linie zu locken und Siegpunkte zu kassieren. Doch wer
strategisch günstige Linien gebaut hat, kann zumindest in der Endphase nicht mehr umgangen werden
und kassiert bei (fast) jedem Zug eines Mitspielers mit.

Zu einem guten Streckenbau gehört:

  1. Streckenbeginn im Zentrum mit monopolartigen Ausläufern in einen Außenbezirk.
  2. Konzentration auf den Ausbau einer einzigen Linie; die zweite Linie erst dann ins Spiel
    bringen, wenn die erste Linie ihre maximale Ausbaustufe erreicht hat.

  3. Nicht auf kurzfristige Transporteinnahmen schielen, sondern eine strategische Gesamtplanung im
    Hinterkopf haben. Eine gut positionierte und ausgebaute Linie zieht unweigerlich auch einen guten
    Anteil des Verkehrs auf sich.

board

Beim Ermitteln des vorgeschriebenen besten Weges zum Zielpunkt stellen sich immer wieder
unliebsame Überraschungen ein, wenn der Passagier nicht die Linien des aktiven Spielers benutzen
darf, sondern die Linie eines Mitspielers, bei der die gefahrene Strecke zwar deutlich länger ist,
dem Passagier aber ein Umsteigen erspart. Unbarmherzig drängt dieser Mitspieler dann natürlich auf
die Benutzung der eigenen Linie. Für Ungeübte oder Schnellspieler gibt er hier jede Menge
Irrtumsmöglichkeiten.

“On the Underground” ist sehr gut ausbalanciert. Sehr konstruktiv entfaltet sich die
Konkurrenz um die guten Linien, um strategische Positionierung auf dem Brett, um kurzfristige
Siegpunkte und langfristige Renditen. Es gibt keinen Würfel, beim Streckenbau ist jeder Spieler
ganz allein seines Glückes Schmied. Nur in der angebotenen Auswahl an Zielpunkten steckt ein
gewisser Zufallseinfluß; doch das Wesentliche bei “On the Underground” ist nicht das
Kassieren von Fahrgeldern wenn man selbst der aktive Spieler ist, sondern ein strategisch geplanter
Streckenbau, den die Mitspieler bei ihren Passagiertransporten nicht ignorieren können.

Welche Freiheitsgrade hat ein Spieler in seinem Zug? Er kann unter vier Zielen wählen, er darf
vier Streckenabschnitte legen, jeder Streckenabschnitt kann an die vier Enden seiner beiden Linien
an gesetzt werden. Dabei gibt es an jedem Ende ca. drei Gleisrichtungen für den Weiterbau. Zwischen
je zwei Streckenabschnitten kann eine Weiche gebaut werden, auch dies summiert sich leicht zu 5 bis
10 vernünftigen (!) Zugmöglichkeiten. Auf diese Weise hat Summa Summarum jeder Spieler für einen
Zug mehr als einhundert Kombinationsmöglichkeiten. Könnt ihr euch vorstellen, wie lange ein Zug
dauern kann, wenn ein Pfennigfuchser haargenau alle seine Alternativen durchrechnen will? Wenn er
fünf Sekunden Denkzeit für jede Teilkombination benötigt, und jede Kombination mehrfach
durchrechnen muß, weil er bei der neunundfünfzigsten Kombination die Auswirkungen der
fünfundzwanzigsten Kombination natürlich längst wieder vergessen hat, dann kann er leicht Stunden
für einen einzigen Zug brauchen? Das ist leider ein wenig zu viel!

Für solche Pfennigfuchser ist “On the Underground” nicht geeignet. (Es sei denn, zwei
Intelligenzler spielen es zu zweit!) “On the Underground” ist ein wunderschönes Spiel mit
vielen ästhetisch schönen Spielzügen und einer gewaltigen spielerische Vielfalt, aber nur für
Spieler, die sich gerne einen überlegenen strategischen Plan zurechtlegen (auch dann, wenn sie
nicht am Zug sind!), die sich in der taktischen Umsetzung schnell und flexibel auf neue Situationen
einstellen können, die aber ihre Spielzug-Visionen vorwiegend mit Gefühl umsetzen. Mit Augenmaß
erfassen sie die groben Strukturen, in denen sich das Spiel entwickeln wird, und setzen ihre
Duftmarken jeweils ins Zentrum des künftigen Geschehens, ohne es allzu ernst zu nehmen, wenn sie
das Zentrum um ein paar Millimeter verpassen. Wenn es dann erstens anders kommt zweitens als sie
gedacht haben, dann war das ganze immer noch ein schönes Spiel, ein Genuß in der Begegnung mit dem
Spiel und mit dem spielenden Freundeskreis.

Es ist allerdings die Tragik von “On the Underground”, daß bei der Erschaffung des
Menschen zwischen hartem Denken und weichem Gefühle-Haben eine deutliche, fast unüberwindliche
Kluft liegt. Deshalb löste sein spielerisches Potential bei den Westparkern nur eine beschränkte
Euphorie aus. Oder ist das etwa nur meine eigene Tragik?

29.08.2007: Gegenwind für “die Siedler von Nürnberg”

Die Vorgespräche drehten sich um die korrekte Verhaltensweise am Arbeitsplatz. In Europa (Deutschland?) ist man hier in bezug auf verbale Äußerungen ja (noch) deutlich großzügiger als die Neue Welt. Wenn ich zu einer Arbeitskollegin sage, sie sei ein “tolles Weibsstück”, dann wird das im allgemeinen nicht als sexuelle Anmache, sondern eher als Kompliment aufgefaßt. Auch Wortspiele und Scherze fallen meist auf fruchtbaren Boden.
Man sollte allerdings aufpassen, wenn sich eine mobbelige Mitarbeiterin gemobt fühlt und das mit den Worten ausdrückt “Ich fühle mit gemobbelt”! Die durchaus zutreffende Antwort:
[glowred]”Ich mobbele keine Mobbelige!”[/glowred]
könnte dann schon mal vor dem Arbeitsgericht enden.
1. “Die Siedler von Nürnberg”
Nach dem catanischen “Kampf um Rom”, der vor vier Wochen bei uns nur eine gebremste Euphorie ausgelöst hatte, versprach Günther: “Die Siedler von Nürnberg sind besser!” Dazu legte er uns jetzt dieses achtjährige Mitglied aus dem Catan-Clan auf den Tisch.
Das Ernten der Rohstoffe aus Feld, Wald und Wiese verläuft wie bei allen Siedlern der Welt. Es gibt aber keine Würfel, die die Lage der Ertragsfelder bestimmen, sondern es gibt einen Kartensatz, der die Zahlen von 2 bis 12 in der gleichen Verteilung enthält, wie sie sich beim Würfeln mit zwei Würfeln ergibt. Wer sich aber noch an bestimmte Stunden aus der höheren Mathematik erinnert, der weiß, daß beim zufälligen Ziehen mit Zurücklegen (=Würfel werfen) und ohne Zurücklegen (=Karten ziehen) unterschiedlich Verteilungskurven entstehen. Die Karten, also die Nürnberger, sind gerechter!
Auf den Nürnberger Karten stehen zusätzlich noch Schikanen, z.B. “Versetze den Raubritter auf ein beliebiges Feld (= schädige die Anwohner um den dort möglichen Ernteertrag) und nimm einem beliebigen Mitspieler eine Karte weg”. Solche Ärgerkarten sind bei uns grundsätzlich nicht beliebt, abgesehen von der spieltheoretischen Kritik, daß sie einen Kingmaker-Effekt in sich tragen. Doch unsere Stimmung war gut, wir trugen alle bösen Raubritterstreiche mit Fassung. Ja ganz im Gegenteil, die resignierenden (*), keineswegs schadenfrohen Lacher über das Rad der Fortuna waren für alle Beteiligten die größte Freude des zweistündigen mühsamen Kampfes um Ernte, Tausch und Entwicklung.
Wir brachen ab, weil auch ein vorhersehbarer progressiver Endspurt keinen richtigen Drive mehr ins Spielgeschehen gebracht hätte. Aaron faßte zusammen: “Es tröpfelt so vor sich hin.” Günther, als Spielebesitzer, wollte sich verteidigen: “Es ist halt ein Aufbauspiel!”. Doch er war gar nicht angeklagt. Nicht einmal die Siedler als solche! Vor 12 Jahren waren sie eine Weltsensation. Doch alle Wunder halten nur drei Tage.
WPG-Wertung: Aaron: 6, Günther: 7, Walter: 6, Wolfgang: 6
Trotz der mageren Wertung behielt Günther recht. Für uns liegen die Nürnberger im Durchschnitt um mehr als einen ganzen Punkt über den Römern.
(*) Albert Schweitzer: Resignation ist geistige und ethische Bejahung des eigenen Daseins.
2. “Wind und Wetter”
Auf einer hübschen Urlaubslandschaft mit Meer, Strand und Grünflächen müssen sich die Spieler als Touristikunternehmer betätigen: Sie bauen Hotels und lassen Kreuzfahrtschiffe fahren. Pro Runde kassieren sie Einnahmen für ihre Anlagen, kaufen weitere Hotels und Schiffe, und hoffen, daß die eigenen Investitionen lukrativer sind als die der Mitspieler. “Keep fully invested” ist eine der Binsenweisheiten eines solchen Mechanismus.
Hotels und Schiffe bringen am meisten ein, wenn darüber die Sonne scheint. In “Wind und Wetter” ist der Sonnenschein aber keine Gabe der Natur, sondern ein konzertiertes Ergebnis der Spieleraktionen: Auf jedem Planquadrat des Spielfeldes liegt eine Wetterkarte mit der Qualifikation: Hoch, Tief, Sonne, Eintrübung oder Regen. Jeder Spieler darf bei seinem Zug diese Wettereigenschaften in der vorherrschenden Windrichtung verschieben. Es gibt keine radikalen Wetterumschwünge, aber wenn die Mehrheit der Spieler in die gleiche Richtung agiert, dann ist schnell mal ein Tief aufgezogen und die verregneten Hotels bringen herbe Verluste anstatt der gehofften satten Gewinne.
Wenn!
Wir hatten in unseren Touristikinvestitionen keine Konfrontation gesucht, sondern uns ziemlich gleichmäßig an den sonnigsten Stellen engagiert. So gab es keinen Miesnickel, der den anderen ins Swimmingpool hagelte. Jeder wäre vom schlechten Wetter auch selber betroffen gewesen. Bei keinem kam die Lust an, das Wettergeschehen entscheidend zu beeinflussen. In den vorgeschriebenen 7 Spielrunden hat tatsächlich kein einziger Spieler auch nur ein einziges Mal an der Windrichtung gedreht! Ohne Konfrontation aber ist “Wind und Wetter” wie eine Suppe ohne Salz.
Es fehlt das unvermeidlich Böse, das alle Mitspieler vor spannende Aufgaben stellt, das unberechenbare Chaos, gegen das man sich absichern muß, die Diplomatie der Wettergötter, die mit vereinten Kräften die dunklen Wolken am Himmel gegen die Konkurrenz losschicken.
Noch ein Problem: Das Spiel fängt im Ruhezustand ein, schwingt sich progressiv hoch und ist nach sieben Runden zu Ende, bevor sich die stürmische Aufbauphase auch nur abgeschwächt hat, vom Gleichgewichtszustand ganz zu schweigen.
WPG-Wertung: Aaron: 4, Günther: 5 (vielleicht haben wir es falsch gespielt), Walter: 5, Wolfgang: 4
Walter hätte nach der ersten Materialsichtung gerne eine Rezension geschrieben. Nachdem sich der Wind aber nicht gedreht hat, wird er es wohl bleiben lassen.
3. “Flaschenteufel”
Für die 4er-Runde bot sich “Flaschenteufel” als Alternative zu unserem Standard-Absacker an. Ein ganz kleines Stich-Kartenspiel mit einer ganz großen Logik. Selbst alte Kartenhaie tun sich schwer, die im Prinzip einfachen taktischen Grundzüge beim Abspielen ihrer aktuellen Kartenhand fehlerfrei anzuwenden.
Walter hatte am meisten geübt und bereits nach drei Spielen die niedrige Absacker-Meßlatte von 100 Punkten überschritten. Wolfgang hatte am wenigsten geübt und war dreimal auf dem Teufelsstich sitzen geblieben.
Das war für alle vier eine Herausforderung. Es war schon leicht nach Mitternacht und es steckte ein gewisses Risiko in unserer neuartigen Ende-Bedingung für die Revanche-Runde: “Wir spielen so lange, bis Wolfgang einmal nicht den Teufelsstich bekommt.”
Günther zog im ersten Spiel mit 49 Punkten davon. Wolfgang bekam den obligatorischen Teufelsstich. Im zweiten Spiel lag die Flasche zum letzten Stich auf der gelben Fünf und Wolfgang mußte als letzte Karte die gelbe Drei zugeben. Das bedeutete für ihn schon so gut wie sicher wieder den Teufelsstich. Doch Günther hatte geschlafen; er war seine blaue Vier nicht losgeworden. Er mußte den Stich übernehmen, erlöste Wolfgang vom Teufel und führte den Sudden-Death herbei. Dabei kassierte er auch noch soviel Minuspunkte, daß er Walter an sich vorbeiziehen lassen mußte. Die “standesgemäße” Flaschenteufel-Reihenfolge war wieder hergestellt.
Alle waren sich einig: Das Spiel sollte so bald wie möglich wieder auf den Tisch kommen.

Tal der Abenteuer

cover
Autor Reiner Knizia
Verlag Parker Brothers
erschienen 2006
Spielerzahl 2-4
Spieldauer 45 Minuten
Wertung pic pic pic
pic pic pic pic pic pic pic

Tal der
Abenteuer

rezensiert von Walter Sorger

Das Spiel ist unschuldig. Es hat ein ordentliches Spielbrett, vier Holzpöppel in den satten
Farben rot, grün, gelb und blau, stabile Spielkarten, rundes Münzgeld und funkelnde Diamanten aus
Glas.

Die vier Pöppel, “Abenteurer” genannt, werden auf ein gemeinsames Startfeld gestellt
und müssen über ein Wegelabyrinth zum Ziel bewegt werden. Die Pöppel gehören niemandem, jeder
Spieler darf mit ihnen ziehen. Hat der erste Pöppel das Zielfeld erreicht ist das Spiel zu Ende und
der Sieger wird ermittelt.

Zum Bewegen der Pöppel bekommt jeder Spieler bei Spielbeginn elf zufällige Bewegungskarten
ausgeteilt, auf denen Schrittweiten von 1 bis 3 in den vier Pöppelfarben oder in einer Jokerfarbe
aufgedruckt sind. Spielt ein Spieler z.B. eine rote Bewegungskarte der Schrittweite 2 aus, darf er
den roten Pöppel um zwei Felder vorwärts ziehen. Spielt er eine Bewegungskarte in der Jokerfarbe
aus, darf er einen beliebigen der vier Pöppel entsprechend bewegen. Welchen Pöppel darf er wohl
bewegen, wenn er eine gelbe Bewegungskarte mit der Schrittweite 1 ausspielt? Um wie viele
Felder?

Unterwegs können die Spieler auf verdeckte Plättchen treffen. Diese Plättchen werden umgedreht
und bringen dann je nach Rückseite 1 bis 3 Geldmünzen, einen Diamanten oder eine weitere
Bewegungskarte ein. Das Geld entspricht Siegpunkten, die Diamanten werden am Ende in eine
gestaffelte Siegpunktprämie umgesetzt, und die Bewegungskarten, die ein Spieler bei
Spielende
noch auf der Hand hat, werden ebenfalls in Siegpunkte umgerechnet: Jede
Bewegungskarte in der Farbe des Siegers liefert drei Siegpunkte; Karten in den Farben der anderen
Pöppel bringen je nach zurückgelegter Strecke zwei, einen, keinen oder gar einen Minuspunkt
ein.

Welche Optimierungsaufgabe steckt hinter diesem Kartenspiel? Die einfache Formel: “Lege
deine Karten in der Reihenfolge, dass du unterwegs die meisten Geldmünzen, die meisten Diamanten
und die meisten Bewegungskarten einheimst, ziehe dabei schnellstens den Pöppel ins Ziel, von dem du
am Ende noch die meisten Bewegungskarten übrig hast, und trenne dich dabei rechtzeitig von allen
Bewegungskarten der Pöppel, die recht fußlahm durch die Gegend stehen!”

Doch diese Optimierungsaufgabe hat keine Lösung. Um meinen Pöppel-Favoriten zu bewegen, muss ich
mich von genau den Karten trennen, die mir am Ende die Siegpunkte einbringen sollen. Behalte ich
sie dagegen auf der Hand, bewegt sich mein Favorit um keinen Zentimeter und liefert am Ende nur
Minuspunkte. Trenne ich mich hingegen von Bewegungskarten eines Minuspunkt-Kandidaten, befördere
ich genau diesen Pöppel aus der kritischen Zone. Die einzige erkennbare, aber triviale Logik beim
Ausspiel der Karten ist in etwa:

  1. Spiele von deiner Favoritenfarbe die Karten mit hoher Schrittweite aus und behalte die Karten
    mit niedriger Schrittweite in der Hand.

  2. Behandele deine ungeliebte Farbe gerade umgekehrt: spiele die niedrigen Karten aus und behalte
    (gaaaanz wenige) hohe Karten auf den Hand.

  3. Ziehe mit den Jokerkarten deinen Lieblingspöppel.

board

Doch wie bestimmt man seine Favoritenfarbe, nachdem man die ausgeteilten Karten auf die Hand
sortiert hat? Ist das die Farbe mit vielen hohen oder mit vielen niedrigen Schrittweiten? Im ersten
Fall musst du die Hoffnungsträger-Karten alle ausspielen, damit sich dein Pöppel überhaupt an Ziel
kommt und im Nu sind die Siegpunkte alle hergeschenkt, die dir gerade noch so freundlich
zugelächelt haben. Im zweiten Fall bist du auf den guten Willen deiner Mitspieler angewiesen,
deinen Pöppel vorwärts zu treiben. Das werden sie den Deibel tun!

Hast du aber ziemlich gemischtes Publikum in deiner Kartenhand, dann kannst du nur in die Worte
des jungen Faust einstimmen: “Hier steh’ ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie
zuvor!” Was immer man macht, es ist verkehrt.

Das ganze erinnert mich an eine Logelei über ein Wettreiten, bei dem von zwei Reitern derjenige
gewinnt, dessen Pferd als letztes die Ziellinie überschritt. Hier ist jeder Schritt vorwärts
ein Schritt zur Niederlage. Ein totes Rennen im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wettkämpfer dümpeln
vor sich hin, bis ihnen auf einmal ein Licht aufgeht: Jeder schwingt sich auf das fremde Pferd des
Konkurrenten und treibt es mit größter Eile über die Rennbahn.

Diese zündende Idee haben wir im “Tal der Abenteuer” nicht gefunden. Ob sie überhaupt
darin enthalten ist, möchte ich bezweifeln. Sich aber lediglich elf Karten austeilen zu lassen und
sie in willkürlicher Reihenfolge auf den Tisch zu lesen, ist ein sehr reduziertes Vergnügen. Doch
offensichtlich gibt es passionierte Kartenspieler, die damit glücklich werden können. Von der
Wiener Spiele Akademie” ist
“Tal der Abenteuer” letztes Jahr zum “Spiel der Spiele” gekürt worden. Fragt
doch mal nach, was sich der Verein dabei gedacht hat! Wir wissen es nicht!

22.08.2007: Abend mit Absackern

Was ist ein “Absacker“? Nach Wikipedia wird damit das letzte Getränk bezeichnet, das gegen Ende einer gemütlichen Runde als Ritual zum Auseinandergehen getrunken wird. Es soll einfach die gute Stimmung der Begegnung bekräftigt und in den Abschied hinübergerettet werden.
Bei Google findet man neunzigtausend Einträge zu “Absacker”, LEO hingegen kennt das Wort noch nicht, doch immerhin findet sich eine stimmige Englisch-Übersetzung bei ODGE: “One for the road“. Jetzt ist klar, was es heißt, wenn wir tief in der Nacht noch mal ein “Bluff” hervorholen. Auch wenn die “road” in München meist mit “U-Bahn” zu übersetzen ist.
Nach der zweiwöchigen Urlaubspause taten sich die 5 Westparker schwer mit der Spieleauswahl. “Ursuppe” (Basisversion) geht nur zu viert. “El Grande” und “El Cabalero” sind schon ziemlich in die Jahre gekommen, selbst bei den hochdotierten “Fürsten von Florenz” wurden die Nasen gerümpft. Aarons Mitbrinsel “Canalmania” fiel immerhin nur knapp mit 2:3 Stimmen durch. Peters Favorit “Die Erben von Hoax” wurden von Hans so entschieden abgelehnt, daß es erst gar nicht zur Abstimmung kam. Wir brauchten unbedingt einen Absacker zum Aufwärmen. Die glänzenden Augen von Peter und Loredana gaben den Ausschlag für:
1. “Zoff im Zoo”
Ein Spiel zum Absacken, zum Aufwärmen und für ganze lange Spielnächte. Im ersten Vorspiel wollte sich Aaron an Schätzchen Loredana ranmachen, doch nicht der Erste und der Letzte (, sowie der Zweite und der Vorletzte) bilden eine Koalition, sondern der Erste mit dem Vorletzten. So durfte Walter statt Aaron den Peter machen und Hans war der neutrale Dritte.
Kreuz und quer wurden Mücken zu Elefanten geschlagen, Krokodile von Mäusen gefressen und Haie zu kleinen Fischen mutiert. (Oder umgekehrt.) Der “Zoff” ist ein lustiges Kartenspiel um die chaotisch berechenbare Freßreihenfolge im Reich der Tiere. Peter und Loredana sind zweifellos unsere Experten, was das Berechenbare betrifft, Walter beharrt dagegen auf dem Chaos und hat noch kein rechtes Bild vom relativen Wert der einzelnen Karten. Er vermißt die göttliche Klarheit des göttlichen Bridge.
Nach dem zweiten Spiel kann Peter wenigstens nicht mehr behaupten, Walters Ressentiment läge daran, daß er immer verliert.
Keine neue WPG-Wertung für ein mit durchschnittlich über 8 Punkten hoch bewertetes Spiel.
2. “Die Erben von Hoax”
Hansens Einspruch gegen das Spiel wurde mit 4:1 abgeschmettert. Peter durfte noch mal genüßlich die Spielregeln für das (fast) wohlbekannte Spiel vortragen. Wir spielten gewissenhaft unsere verdeckten Rollen als Händler, Bauer und Dieb, als Baron und Richter, als Mönch und Magier. Wir handelten, ernteten und klauten, wir klagten an und verurteilten, gewährten Ablaß und ließen uns imunisieren. Zäh sammelten wir die Siegpunkte auf unseren Konten.
“Hoax” ging früher schon mal flotter über die Bühne. Diesmal entstanden die Lacher mehr aus Peters spielbegleitenden Erzählungen über Meilenkonten bei der Lufthansa und über seltsame Bonusprogramme von Banken, mit denen die Meilenkonten gefüllt werden, obwohl keine Euros fließen und keine Meilen geflogen werden. Vielleicht war das sogar der Grund, warum ein richtiger Spielfluß erst gar nicht entstand. Jedenfalls hatten nach 40 Minuten (einschließlich Regelwiederholung) die Besten gerade erst ein Viertel der notwendigen Siegpunkte zusammen und wir verzichteten zugunsten eines unverwüstlichen Absackers auf den Rest der hoaxialen Zauberei.
WPG-Wertung: Aaron: 6, Hans: 6, Loredana: 6, Peter: 7, Walter: 5.
Das ist quer durch die Bank ein ganzer Punkte weniger als bisher. Entweder das spielerische Einrosten im Urlaub oder die Lufthansa-Meilen müssen daran schuld sein.
3. “Bluff”
Über eine Stunde lang durfte sich Peter noch an unserem Standard-Absacker erlaben. Einmal stand er mit 3 gegen Walters 5 Würfel im Endspiel. Er hatte 2 Vierer und eine Fünf geworfen und ging mit seiner Vorgabe aufs Ganze: 4 mal die Zwei! Walter hatte leider keine einzige Zwei unter seinem Becher. Das war es dann auch.
Im nächsten Spiel verlor Aaron gleich zu Beginn alle 5 (in Worten: sechs!) Würfel, als er nach zwei geblufften Vorgaben von Hans und Peter mit einem weiteren Bluff Walter aus den Angeln heben wollte. Der hatte leider auch keine von den inzwischen bei 9 angelangten Dreiern.
Das restliche Bluff-a-Quadre konnte Peter für sich entscheiden und gab das Statement ab: “Wer Bonusprogramme versteht, der kommt auch mit Bluff zurecht.” Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptung blieb offen, schließlich konnte reihum fast jeder mal den Sieg davontragen. Doch eine andere psychologische Bluff-Wahrheit gewinnt immer mehr Zustimmung:
[glowred]”Wer schon zu Beginn unter Durchschnitt setzt, blufft!”[/glowred]